
Einen Tag haben wir übergesetzt von Sassnitz nach Trelleborg. Die Fahrten selbst waren sehr entspannend. Hauptsächlich habe ich mir die Zeit mit Lesen vertrieben, aber zwischendurch sind wir auch aufs Deck spaziert und haben den Ausblick auf das Meer und den tosenden Wind genossen. Insgesamt acht Stunden haben wir an diesem Tag auf einer Fähre zugebracht. Das Bild, das mein Vater hier aufgenommen hat, ist ziemlich verwackelt. Das lag aber nicht an seiner Unfähigkeit. Jedes Bild, das ich am Abend auf Deck geschossen habe war verwackelt, weil es einfach so windig war, das man selbst unter Aufbietung seiner gesamten Kraft die Kamera nicht stillhalten konnte.

Trelleborg selbst ist eine relativ triste, kleine Stadt. Mein Vater meinte, sie wäre dafür berühmt, die nördlichste Stadt zu sein, in der Palmen die Öffentlichkeit verzieren. Und Palmen gab es dort wirklich einige. Ansonsten hatten wir das Glück, ausgerechnet in der Salesaison dort hingefahren zu sein. Ich habe von meiner Mutter einen Schal für 2 Euro bekommen und wir waren sogar in einem Original schwedischen H&M, wo ich mir eine Brille für einen Euro gekauft habe. Was ich an dem H&M bemerkenswert fand war, dass die Beauty-Abteilung auch Fremdprodukte verkauft hat. Es gab Garnier-Haarfärbemittel und amerikanische Lippenpflegen und vieles mehr.

Was meine Schwester und ich uns fest vorgenommen haben war: unbedingt einen Fransk-HotDog essen und unbedingt skandinavische Eiscreme. Wir waren in unserem Leben schon relativ häufig in Skandinavien und was uns kulinarisch immer hängengeblieben ist, waren diese beiden Dinge. Den Hot Dog haben wir also im Menü für 39 Schwedische Kronen (ca. 4 Euro) gegessen. In Dänemark und Norwegen waren das immer relativ weiche Brötchen, hier war es ein knuspriges Baguette-Brötchen, dort wird ein Loch gestochen, man kann sich aussuchen, ob es mit Senf und/oder Ketchup gefüllt wird. Ich empfehle beides zu nehmen. Schwedischer Senf ist nicht so wie bei uns in Deutschland. Er ist cremiger, ein bisschen wie Remouladen-Sauce, aber eben stärker nach Senf schmeckend und leicht süßlich. Und dann kommt eben eine würzige Rauchwurst in das Brötchen und fertig ist der Fransk-HotDog. Das Eis haben wir zum Ende gegessen, kurz bevor die Fähre wieder nach Deutschland übersetzen sollte. Hunger hatte ich an dem Abend keinen mehr. Dabei habe ich mehr als die Hälfte des Eises meinem Vater aufgedrängt. Dieses Eis ist nämlich unglaublich cremig und fettig. Aber es ist auch unglaublich lecker.

Mein Onkel ging einmal sogar so weit zu behaupten, dass es besser sei als italienisches Eis. Darauf folgte eine heiße Diskussion, denn auch wenn ich skandinavisches Eis wirklich schätze, so liebe ich doch Original italienisches Eis. Als ich vor einigen Jahren in Italien war, haben eine Freundin und ich jeden Tag mindestens zwei Kugeln gegessen. Und es mag daran gelegen haben, dass wir Touristen waren oder auch an der restlichen italienischen Küche, danach war ich um sechs Pfund leichter. Worauf ich eigentlich hinaus will: unbedingt skandinavisches Eis und Fransk HotDog essen!!!

Seit ich vor einigen Jahren in Paris war, habe ich mir angewöhnt, in hiesige Supermärkte zu gehen und dort Süßigkeiten zu kaufen. In Schweden habe ich mir Lakritzkatzen, Lakritzriegel mit Zitronenfüllung, Tutti-Frutti- und Zoobonbons und JoghurtGums in Tierform gekauft. Bisher habe ich nur die Lakritzkatzen angerührt, aber die waren schon mal sehr lecker. Und die Verpackungen sind so süß! Und ich habe insgesamt gerade einmal 3,50 Euro dafür ausgeben müssen. Ich kann nur jedem raten, der gerne Süßes isst, dasselbe zu tun. Nichts ist origineller und günstiger als Lebensmittel aus fremdländischen Supermärkten!
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen