Heute bin ich das zweite Mal in meinem Leben Tram gefahren. Bin nun einmal selten im Osten Berlins. Wie auch immer, heute musste ich, weil ich mich mit einer Freundin zum Mittag verabredet hatte. Auf dem Weg dorthin ist mir aufgefallen, dass die Ansagestimme nicht die gleiche ist wie in den Bussen. Sie ist viel außergewöhnlicher. Ich habe noch nie jemanden so wehmütig Zionskirchplatz sagen hören. Also wenn ihr mal eine ordentliche Portion Depri braucht, euch der Anblick von Emus jedoch nicht mehr traurig genug ist, dann fahrt Tram in Berlin. Es lohnt sich.
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26 November 2008
21 Oktober 2008
Asche auf mein Haupt
Neeeiiin! Ich habe es heute auch getan. Noch vor zwei Monaten habe ich mich darüber beschwert, heute bin ich selbst einer von ihnen. Ich war heute bei einem Vorstellungsgespräch für einen Praktikumsplatz. Und dabei habe ich es dann auch benutzt. Das Wort textaffin. Dabei bin ich eigentlich keiner von diesen Leuten, die nach dem Motto leben "Was interessiert mich heute mein Geschwätz von gestern?". Ich werde mich eine Woche nicht im Spiegel betrachten können *haha*. Nein, nein, Schwamm drüber. Aber trotzdem hasse ich es, wenn mir so was passiert.
14 Oktober 2008
Marcel Reich-Ranicki
Also ich verstehe diesen Mann nun wirklich nicht. Was ist denn an unserem Fernsehprogramm heutzutage schlecht? Werden wir nicht alle zu Juristen, wenn wir Barbara Salesch dabei zusehen, wie sie halbprofessionelle Schauspieler in den Knast schickt? Und wenn wir dem neuen Auswanderer-Coach auf kabel eins zuhören, sind wir dann nicht fürs Leben gewappnet? Inspiriert das perfekte Dinner anderer uns nicht, unseren Lebensstil und unsere Esskultur in Frage zu stellen? Und wenn wir Jumbo Schlag-mich-tot-wie-er-weiter-heißt beim Essen eines gigantischen Schnitzels zusehen, bewundern wir da nicht seine Tatkraft und seine Aufnahmefähigkeit? Klar, als uns Galileo noch vor einigen Jahren nur jeden dritten Abend erklärt hat, wie unsere Lieblingswaffeln hergestellt werden, da haben wir natürlich ein etwas breiteres Spektrum an Populärwissen nähergebracht bekommen. Aber muss sich nicht jeder, selbst der kleinste Student, irgendwann einmal spezialisieren? Und es ist ja nicht so, als ob man jeden Beitrag schon einmal gesehen hätte, selbst wenn man nur alle zwei Wochen aus Versehen einmal reinschaltet. Am innovativsten finde ich jedoch "Die Wahrheit - nichts als die Wahrheit". Das sind wahre Emotionen, der Mensch in seiner Urform. Meint ihr, dass das weniger gebildete Publikum sich jemals über die Notwendigkeit vom Lügen in der Gesellschaft Gedanken gemacht hat? Vielleicht denken sie beim nächsten Mal, wenn sie ihren besten Freund anlügen nicht: Oh, lügen ist böse! Vielleicht denken sie: Wenn ich nicht so taktvoll lügen würde, er wäre wahrscheinlich den Tränen nahe. Das ist es, was Fernsehen macht: es versöhnt uns mit unseren eigenen Unzulänglichkeiten.
Erinnert ihr euch noch an die erste Staffel von "Big Brother"? Als das noch als ein sozialanalytisches Projekt gehandelt wurde? Bevor Tine Wittler oder einer ihrer anderen "Home-Improvement"-Kollegen Hand angelegt hat? Um den Menschen, die dort einziehen ein ähnlich schönes Heim bereit zu stellen wie sie es zurücklassen? Da waren auch ein paar Akademiker dabei! Typen mit Niveau! Aber wer will die sehen? Wir sind doch so schon unzufrieden genug! Also wurden sie bei erster sich bietender Gelegenheit rausgewählt. Nein, ich verstehe diesen Reich-Ranicki wirklich nicht. Es ist nicht das Fernsehen - es ist das Publikum, dem er sich nicht verbunden fühlt.
Erinnert ihr euch noch an die erste Staffel von "Big Brother"? Als das noch als ein sozialanalytisches Projekt gehandelt wurde? Bevor Tine Wittler oder einer ihrer anderen "Home-Improvement"-Kollegen Hand angelegt hat? Um den Menschen, die dort einziehen ein ähnlich schönes Heim bereit zu stellen wie sie es zurücklassen? Da waren auch ein paar Akademiker dabei! Typen mit Niveau! Aber wer will die sehen? Wir sind doch so schon unzufrieden genug! Also wurden sie bei erster sich bietender Gelegenheit rausgewählt. Nein, ich verstehe diesen Reich-Ranicki wirklich nicht. Es ist nicht das Fernsehen - es ist das Publikum, dem er sich nicht verbunden fühlt.
09 Oktober 2008
Die Bibliothek "400 minus"...
...wird wohl doch die "Bibliothek 250 minus". Jedes Buch nicht mehr als 250 Seiten. Im Gegenzug gibt es dann aber noch zwei weitere Abteilungen. Einmal die "Verbotene Abteilung". Dort stehen Bücher mit 251 bis 500 Seiten. Mit einem kleinen Warnschild vor dem Eingang. Und dann die "Wirklich verbotene Abteilung" mit einem riesigen Warnschild und drei kleinen - und Büchern mit mehr als 501 Seiten.
08 Oktober 2008
Fahrenheit 451
"Was Sie brauchen, sind nicht Bücher, sondern einiges von dem, was einst in Büchern stand. Es könnte auch auf den Fernsehwänden stehen. Derselbe wache Sinn könnte sich auch durch Rundfunk und Fernsehfunk mitteilen, tut es aber nicht. Nein, nein, es sind nicht Bücher, was sie suchen."
29 September 2008
Zitat des Tages
"Das Leben ist wie Zeichnen, bloß ohne Radiergummi."
Bin mir jetzt nicht hundertprozentig sicher, ob es richtig zitiert ist, aber diesen Spruch oder so ähnlich habe ich heute auf einem Radiergummi im Hugendubel gesehen. Amüsant und deprimierend zutreffend zugleich.
Bin mir jetzt nicht hundertprozentig sicher, ob es richtig zitiert ist, aber diesen Spruch oder so ähnlich habe ich heute auf einem Radiergummi im Hugendubel gesehen. Amüsant und deprimierend zutreffend zugleich.
23 September 2008
Zitat des Tages
"War is terrorism with a bigger budget."
Ist jetzt nicht so neu, und ich frage mich immer, ob man so was verallgemeinern kann. Oder ob man vorher erst seine Defintion von Terrorismus überdenken sollte. Auf jeden Fall ist das erst einmal ein Statement und darüber kann man ja mal nachdenken...
Ist jetzt nicht so neu, und ich frage mich immer, ob man so was verallgemeinern kann. Oder ob man vorher erst seine Defintion von Terrorismus überdenken sollte. Auf jeden Fall ist das erst einmal ein Statement und darüber kann man ja mal nachdenken...
13 September 2008
Wannabes
Gestern war ich auf der Abschiedsparty einer guten Freundin, die für ein Jahr nach England geht. Meinen Freund habe ich auch mitgenommen, und eine seiner beneidenswerten Eigenschaften ist es, sich auf Anhieb mit jedermann zu verstehen. So auch gestern. Nur lag sein Hauptaugenmerk diesmal auf einen einzigen Gast. Ich nenne natürlich keine Namen, aber er war ein 2,10 m großer Hühne. Bei solcherlei Begegnungen bin ich immer wieder froh, winzig zu sein. Große Menschen ziehen zwar ihr gesamtes Selbstwertgefühl aus der Tatsache, dass sie groß sind, aber irgendwie tun sie mir immer Leid. Wie auch immer, das war es nicht, worauf ich hinaus wollte. Dieser Goliath hat seine fehlende Attraktivität mit seiner amüsanten Präsenz durchaus wettgemacht. Aber auch das ist es nicht. Vielmehr: Auch ich fand es anfangs ganz unterhaltsam, ihm zuzuhören. Auch wenn sein Geschmack vielleicht etwas mehr von der Masse abweichen könnte, so hat er doch zumindest eine Menge Ahnung von Filmen und Musik gehabt. Naja, hauptsächlich Filme. Die erste Stunde unserer Bekanntschaft, wenn ich dann mal zu ihm und meinem Freund hinzugestoßen bin - denn wir wollen nicht vergessen, ich war hauptsächlich wegen meiner Freundin gekommen - habe ich sehr viel gelacht. Er hatte eine erfrischend laute und präsente Art, seine Sicht der Dinge preiszugeben. Doch irgendwann habe ich gemerkt - mein Freund nicht, er denkt lieber gut als schlecht von den Menschen -, dass er extrem darauf versessen war, den Alleinunterhalter zu spielen. Es war mehr ein Monolog als eine Unterhaltung. Ohne zu übertreiben ist mein Freund die Sorte Mensch, deren Äußerungen eine Unterhaltung bereichern und Monologe dadurch jeder Notwendigkeit entbehren. Ich selbst muss dazu sagen, ich habe kaum etwas gesagt. Die Filme, die er angesprochen hat, waren es kaum wert, kommentiert zu werden. Und mindestens, als er meinte, er hätte "Herr der Ringe" nicht gesehen, aber die sechs Bücher gelesen, und deshalb Abstand von den Filmen genommen, dachte ich: Krass, was für ein Snob! Aber sieht sich "Superbad" im Original an?! Zugegeben, stellenweise komisch, aber auf einer Party würde ich niemals, niemals, niemals zugeben, dass ich diesen Film gesehen habe...
Was mich aber am meisten gestört hat, war seine taktlose Art, seine Umgansformen auf dem Altar eines seiner Meinung nach brillianten Witzes auf meine Kosten zu opfern. Der blieb beim ersten Mal ungehört. Diese Chance hätte ich ergriffen, noch einmal über das Gesagte nachzudenken und es dann nicht zu wiederholen. Er nicht. Was ich so frech fand, war jedoch nicht, dass er sich über mich lustig gemacht hat. Ich bin alt genug, um mit solcherlei umzugehen. Aber nicht, wenn es mit ungeheurer, unangebrachter Herablassung hervorgebracht wird. Und ich zitiere hier keineswegs deswegen nicht, weil es mir peinlich wäre, was er zu mir gesagt hat. Ich zitiere ihn lediglich nicht, weil es viel zu trivial wäre. Also irgendwie war es mir wohl doch peinlich - fremdpeinlich.
Was ich mit diesem Wortschwall ausdrücken will: Ich mag es, wenn Menschen Unterhaltungen mit originellen Ideen bereichern, von denen man denkt: also wenn du das jetzt nicht gesagt hättest, dann hätte die Welt das so nie vernommen. Und damit meine ich nicht einmal hochtrabend Philosophisches. Wenn man dazu nicht in der Lage ist, dann sollte man zumindest die Höflichkeit besitzen, ab und zu mal die Klappe zu halten und andere zu Wort kommen zu lassen.
Das Biest in mir hat gesprochen.
Was mich aber am meisten gestört hat, war seine taktlose Art, seine Umgansformen auf dem Altar eines seiner Meinung nach brillianten Witzes auf meine Kosten zu opfern. Der blieb beim ersten Mal ungehört. Diese Chance hätte ich ergriffen, noch einmal über das Gesagte nachzudenken und es dann nicht zu wiederholen. Er nicht. Was ich so frech fand, war jedoch nicht, dass er sich über mich lustig gemacht hat. Ich bin alt genug, um mit solcherlei umzugehen. Aber nicht, wenn es mit ungeheurer, unangebrachter Herablassung hervorgebracht wird. Und ich zitiere hier keineswegs deswegen nicht, weil es mir peinlich wäre, was er zu mir gesagt hat. Ich zitiere ihn lediglich nicht, weil es viel zu trivial wäre. Also irgendwie war es mir wohl doch peinlich - fremdpeinlich.
Was ich mit diesem Wortschwall ausdrücken will: Ich mag es, wenn Menschen Unterhaltungen mit originellen Ideen bereichern, von denen man denkt: also wenn du das jetzt nicht gesagt hättest, dann hätte die Welt das so nie vernommen. Und damit meine ich nicht einmal hochtrabend Philosophisches. Wenn man dazu nicht in der Lage ist, dann sollte man zumindest die Höflichkeit besitzen, ab und zu mal die Klappe zu halten und andere zu Wort kommen zu lassen.
Das Biest in mir hat gesprochen.
02 September 2008
Die zwei Kategorien der Beliebtheit
Heute hat sich in mir ein Gedanke verbal manifestiert, den ich bis dahin zwar auf der Gefühlsebene verstanden habe, der bei mir aber erst jetzt konkret wurde. Ihr braucht euch nicht festzuhalten, ihr braucht euch nicht hinzusetzen, denn er ist nicht sonderlich innovativ. Aber heute ist mir klar geworden, dass es alles andere als erstrebenswert ist, von aller Welt gemocht zu werden. Alle Mädchen (denn ich gehe von Mädchen aus wie ich selbst eines bin), die ich kannte, die von aller Welt gemocht wurden, ließen sich in zwei Kategorien einteilen. Die eine Kategorie ist durchschnittlich clever, lässt dafür aber keine Party aus und ist der good buddy von jedermann- wenn man mal von denen absieht, die sie übersieht (wohlgemerkt: nicht ignoriert!). Die zweite Kategorie ist das Mädchen, das wirklich zu jedem nett ist, sich immer höflich verhält und egal was sie anfasst mit Bravour erledigt. Diese Kategorie ist die weitaus bedauernswertere. Die erste Kategorie wird irgendwann alt, hat nicht mehr so viel Energie, aber wenn sie sich langsam aus dem gesellschaftlichen (wohlgemerkt: nicht unbedingt kulturellen) Leben zurückzieht, kann sie zumindest auf eine Menge Freunde zurückgreifen. Die zweite Kategorie hingegen muss ihre Fähigkeiten mit dem Alter steigern, muss jedes Jahr freundlicher, höflicher und erfolgreicher werden, um den Anforderungen gerecht zu werden. Wenn sie Glück hat, meistert sie diese Herausforderung oder hat im Falle des Scheiterns einen großen Freundeskreis und eine liebende Familie, die sich ihrer annimmt. Wenn sie jedoch Pech hat, dann scheitert sie und alle Welt mag sie zwar, hat aber nicht das Gefühl ihr nahe genug zu stehen, um ihr zu helfen. Sie ist auf ihrem Olymp der Überlegenheit gefangen.
Beide Kategorien haben jedoch eines gemeinsam: sie lassen sich von der Gesellschaft ihrer Individualität berauben. Wer will also Durchschnitt sein oder sich zu einem Ideal machen lassen? Hoffen wir auf eine dritte Kategorie? Oder sollte es nicht lieber 6 Mrd Kategorien geben?
Beide Kategorien haben jedoch eines gemeinsam: sie lassen sich von der Gesellschaft ihrer Individualität berauben. Wer will also Durchschnitt sein oder sich zu einem Ideal machen lassen? Hoffen wir auf eine dritte Kategorie? Oder sollte es nicht lieber 6 Mrd Kategorien geben?
19 August 2008
Fremde Worte
Heute bin ich einer Frau begegnet, die wirklich, wirklich sehr, sehr sympatisch war. Wenn da bloß nicht ihr Hang zum Verwenden von Fremdworten gewesen wäre... Warum kann man anstelle von textaffin nicht sagen: "Schreibst du gern?" Hat genauso viele Silben, kommt aber wesentlich weniger distanzierend (oder sollte ich sagen: abstandaufbauend?) rüber. Meiner Meinung nach sollte man bis zu einem gewissen Grat Fremdworte aus der Alltagssprache verbannen. So kann man sich selbst mit Leuten, die über einen etwas eingeschränkteren Wortschatz verfügen, erfolgreich austauschen. Man könnte Missverständnissen vorbeugen und somit den Weltfrieden fördern ~.~ .
17 August 2008
12 August 2008
10 August 2008
Zitat des Tages
'Und ihm wird klar, daß sich die Welt verändert hat und daß es ganz unmöglich geworden ist, auf dieser Welt zu leben. Finstere, trostlose Gedanken bemächtigen sich seiner.'
(aus der Kurzgeschichtensammlung 'Die Ehe aus Berechnung und andere Erzählungen' von Anton Tschechow, Geschichte hat den Titel 'Unteroffizier Pischibejew')
(aus der Kurzgeschichtensammlung 'Die Ehe aus Berechnung und andere Erzählungen' von Anton Tschechow, Geschichte hat den Titel 'Unteroffizier Pischibejew')
Toilettenspruch des Tages
'Wer Schmetterlinge lachen hört, der weiß wie Wolken schmecken.'
(Café 100wasser Nahe S Warschauer Straße, das vollständige Gedicht findet ihr hier)
(Café 100wasser Nahe S Warschauer Straße, das vollständige Gedicht findet ihr hier)
08 August 2008
25 Juli 2008
Die Phantasie eines Kindes
Heute habe ich ein kleines Mädchen gesehen, das sich unter Aufbietung ihrer gesamten Phantasie mit einem *plopp* vorstellen konnte, dass ihre Minzdose in Wahrheit ein Handy wäre.
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