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09 November 2008

In einer kleinen Stadt

Rainald Grebe hat in seinem Lied "Brandenburg" ziemlich treffend beschrieben, was man über dieses Bundesland rund um unsere Hauptstadt wissen muss. Nun ja, und dort bin ich aufgewachsen. In einer kleinen Stadt in der Prignitz.

Nach dem Kaffee wollte ich eigentlich nur die Dämmerung fotografieren- doch sind meine Füße einmal in Bewegung, können sie nicht mehr aufhören. Dann ist ihnen auch egal, ob ich zu meinem Rock lediglich Kniestrümpfe trage oder die Frage, ob eine dünne Strickjacke auch im Herbst genügend Wärme spendet. Sie laufen einfach weiter.

Kaum war ich unterwegs, als mich auch schon die Nostalgie gepackt hat. Als erstes bin ich zu dem Haus gelaufen, in das meine Eltern nach meiner Geburt gezogen sind. Heute ist es sehr heruntergekommen und das einzige Haus in der Straße, das zu marode ist zum Begehen. Also bin ich weiter. Vorbei am Kulturhaus, wo ich mein Abiturzeugnis überreicht bekommen habe. Vorbei an der Bibliothek, in der ich während meiner Schulzeit den halben Nachmittag verbracht habe. Vorbei an meinem Gymnasium, wo ich soviel Spaß hatte, aber auch oft sehr unglücklich war.

Ich bin zum alten Kastanienplatz gelaufen, wo ich zu Kindergeburtstagen mit meinen Freunden Sackhüpfen gespielt habe- oder Eierlauf. In der Nähe waren die Plattenbauten, in denen ich aufgewachsen bin, kurz nachdem meine kleine Schwester geboren war. Im Zentrum dieser Siedlung habe ich Skaten gelernt, habe ich meinen ersten "Todessalto" bewältigt, haben wir "Bandenkriege" zwischen Jungs und Mädchen ausgetragen. Dort ist mein Wellensittich gestorben, den ich nicht betrauern konnte, weil ich meine Schwester und meine Mutter trösten musste. Kurz bevor diese Siedlung zu einem Ghetto verkommen ist, sind meine Eltern mit meiner Schwester und mir weggezogen. Vor einigen Jahren wurden die Häuser schließlich eingeebnet.

Dann war ich bei meiner alten Grundschule. Wo ich einen Rekord im fehlerfreien Lesen englischer Texte aufgestellt habe. Wo ich dem Bösewicht der Klasse eine Abreibung verpasst habe, die er gewiss bis heute nicht vergessen hat. Wo ich meine Liebe zur Kunst entdeckt habe. Und wo mittlerweile höchstens die Hälfte der Klassenräume benutzt werden und die Realschule nebenan schon längst abgerissen wurde- wie, um der Grundschule ihre Zukunft vorherzusagen.

Zurück zu Hause war ich ziemlich traurig. Man fühlt sich doch ziemlich entwurzelt, wenn vieles, was einem vertraut ist, verschwunden ist. Meine Eltern belagern zusammen mit einigen anderen Familien zwar noch das Wohnhaus, in dem wir seit meiner Grundschulzeit zusammen gelebt haben – aber wie lange noch? Irgendwann verschwindet auch das. Die Jugend wandert ab, das Alter stirbt aus, und zurück bleibt eine Geisterstadt, deren alter Glanz schon vor langer Zeit vergessen wurde. Deswegen hasse ich es, nach Hause zurückzukommen. Weil ich eigentlich immer unglücklich abreise.

28 Oktober 2008

Vor Gott und dem Bürgeramt sind alle gleich

Da ich morgen ein Praktikum anfange, aber keine Lohnsteuerkarte hatte, bin ich heute ins Bürgerbüro gegangen. Naja, und die Bürgerämter werden momentan durch ver.di bestreikt... Als ich ankam war gerade die Nummer 113 dran, ich habe die 198 bekommen. Was unermessliche Wartezeit bedeutet. Mein Freund und ich sind dann also mit der Nummer in der Tasche erst einmal für eine Dreiviertel Stunde in ein Buchantiquariat gegangen, und als wir wieder zurück waren, wurde gerade die 123 aufgerufen. Aus Mitleid und weil geteiltes Leid eben nicht unbedingt halbes Leid ist, habe ich meinen Freund nach Hause geschickt. Ich hatte gute Lektüre dabei. Da ich bei bestimmten Büchern gerne über das Gelesene nachdenke, hat mich das jedoch nur eine Stunde beschäftigt. Da waren aber auch schon die meisten gegangen. "Toll", denke ich, "dann muss ich ja bald dran sein." Dreizehn Nummern vor meiner wird mir ein Schnippchen geschlagen. Zwanzig Minuten lang wird keine neue Nummer aufgerufen. Zu allem Überfluss quetscht sich trotz mannigfaltiger Sitzmöglichkeiten eine riesige Kapuze in meinen Rücken. Also wechsle ich den Platz. Nicht weit genug, wie sich herausstellt. Eine Bekannte ruft an, und jetzt erfahre ich alles über die namenlose Kapuze. Was sie studiert. Dass sie Probleme damit hat. Dass sie sich nebenbei als Model über Wasser halten will. Dass sie über Weihnachten zwei Wochen mit ihrem Freund nach Thailand fährt. Dass sie die Erste ist, mit der er es wirklich ernst meint. Dass sie eine Familie planen. Und letztlich, dass ich, wäre ich ihre Freundin, ihr niemals ein Geheimnis anvertrauen würde. Ganz schön viele Informationen für eine Kapuze ohne Namen. Kurz darauf werde ich aufgerufen. Die Kapuze plappert natürlich noch munter weiter. Ich gehe zu der Beamtin - und nach einer Minute bin ich auch schon draußen. Und nur, weil die Post letztes Jahr meine Lohnsteuerkarte nicht zugestellt hat. Beim nächsten Mal biete ich Geld und packe meinetwegen noch eine Bento-Box oben drauf, nur um zu einer besseren Nummer zu tauschen. Irgendeiner wird gierig genug sein oder genug Zeit zur Verfügung haben, um darauf einzugehen.

22 Oktober 2008

Stresstag

Gestern war der totale Stresstag. Erst war ich beim Vorstellungsgespräch, was noch der angenehmste Teil war. Ich glaube zwar, dass ich etwas zu aufgedreht war, aber das lag nur an meiner Aufregung. Danach bin ich zum Markt am Maybachufer gefahren. Weil ich noch in meinem Vorstellungsgespräch-Outfit war, habe ich den Standinhaber für Kurzwaren endlich so behandelt, wie sein unaufmerksames Verhalten es eigentlich immer verlangt. Höflich-bestimmt mit einer Spur Herablassung. Das hat sich gut angefühlt. Dann habe ich die riesigsten, wahrscheinlich genmanipuliertesten Champignons gekauft. Als ich zu Hause angekommen bin, treffe ich meinen kranken Freund an, der tatsächlich ohne mich zu Mittag gegessen hat. Bin nur zwanzig Minuten geblieben, habe einen Keks gegessen und bin dann weiter zum Saturn am Ku'Damm. Dort habe ich eine CD für den Vater meines Freundes gekauft, um dann in den H&M und den Zara zu gehen, ohne etwas zu kaufen. Im Wertheim habe ich einen Umschlag für das Spiel gekauft, das ich den Tag zuvor bei eBay versteigert habe. Dann ging es zu IKEA. Dort habe ich eine alte Klassenkameradin gesehen, die schon nach dem ersten Semester ausgeschieden ist. Leider habe ich sie nicht sprechen können, denn ich bin ungefähr zwanzig Meter entfernt mit einer Rolltreppe in die andere Richtung nach oben gefahren. Und da ich nicht durch den IKEA schreien wollte, hatte ich leider keine Gelegenheit, mich mit ihr zu unterhalten... Ich habe also das Regalbrett gekauft, wegen dem ich dorthin bin. Nachdem ich mir eine dieser leckeren Tomaten-Mozzarella-Taschen genehmigt habe, bin ich nach Hause. Dann musste ich noch einiges fürs Abendessen kaufen und dieses dann auch zubereiten- und ohne, dass "Monk" am Abend auf mich warten würde. Ehrlich, ich habe keine einzige Sache mehr, auf die ich mich im Fernsehen freuen kann. Für "Simpsons" fühle ich mich mittlerweile zu alt, "Scrubs" fand ich auch schon mal besser und ich habe weder "Dr House" noch "Psych" mit sonderlich viel Hingabe gesehen. Also: Hallo, Bücher!

12 Oktober 2008

Fahrenheit 451

Ich muss zugeben, dieses Buch will mich nicht mehr loslassen... Gestern abend, während mein Freund im Hintergrund das Länderspiel gesehen hat, habe ich dieses Bild zu Papier gebracht:


Es stellt dar, wie Guy Montag den alten Gleisen entlangläuft, geführt von der Vorstellung, dass Clarisse diesen Weg bereits vor ihm gegangen ist.

So ungefähr habe ich mir Guy Montag vorgestellt. Groß, einigermaßen durchtrainiert und gehüllt in die ausgebeulte Kleidung Fabers. Mit einem energischen Kinn, das mehr Tatkraft als Geisteskraft symbolisiert. Und Clarisse eben als junges Mädchen, und da sie nur in seinen Gedanken neben ihm herläuft nicht wettergerecht angezogen. Ich finde es wichtig, sie jugendlich naiv darzustellen, weil sie ihn lediglich geistig anzieht, und nicht körperlich. Denn das ist es, was mich an der Verfilmung von 1966 stört. Dadurch, dass die erwachsene Julie Christie Clarisse spielt, bekommt alles noch eine zusätzliche, romantische Ebene...

09 Oktober 2008

Die Bibliothek "400 minus"...

...wird wohl doch die "Bibliothek 250 minus". Jedes Buch nicht mehr als 250 Seiten. Im Gegenzug gibt es dann aber noch zwei weitere Abteilungen. Einmal die "Verbotene Abteilung". Dort stehen Bücher mit 251 bis 500 Seiten. Mit einem kleinen Warnschild vor dem Eingang. Und dann die "Wirklich verbotene Abteilung" mit einem riesigen Warnschild und drei kleinen - und Büchern mit mehr als 501 Seiten.

07 Oktober 2008

Bei der Post ist der Schalk zu Hause

Also ich war neulich bei der Post, um meiner Cousine einen Karte zum Geburtstag zu schicken. Eine süße Froschkarte in einem eigens dafür gekauften Büttenumschlag, den ich nochmal mit einem großen Frosch und Schmetterlingen bemalt habe. Ich gehe zur Post, lege den Brief vor die Schalterbeamte und sage: "Ich hätte gern eine hübsche Briefmarke dazu." Sie holt die Briefmarke raus, verdeckt sie mit ihrer Hand und befeuchtet sie an diesem Befeuchterschwamm. Und während sie die Briefmarke aufklebt sehe ich: "50 Jahre Bundeskartellamt." Und dann auch noch grau in grau. Der Traum eines jeden zwölfjährigen Mädchens...

23 September 2008

It was a long road to travel

Heute war ich am Rosa-Luxemburg-Platz, und da ich momentan keine Monatstickets kaufe, dachte ich: Warum nicht zu Fuß laufen. Bis nach Hause ist es sowieso immer geradeaus. Also, wenn man erst mal den Alexanderplatz hinter sich gelassen hat und am Roten Rathaus vorbei ist. Man geht ungefähr eine Dreiviertel Stunde bis zum Potsdamer Platz. Ich war ganz stark und bin mit den stummen Worten auf den Lippen "Heute kein Dunkin' Donuts, heute kein Dunkin' Donuts,..." an diesem verführerischen Laden vorbei. Dann bin ich um die Ecke ins Sony-Center, um endlich zu essen. Eigentlich hätte ich einen weniger öffentlichen Ort bevorzugt, aber es hat nun einmal geregnet und es gibt nichts traurigeres (Bento betreffend), als sein zu Hause gefertigtes Bento auch dort zu essen... Danach bin ich weiter und ehe ich es mich versah, war ich schon in meinem Kiez. Dort habe ich einen Laden entdeckt, den ich bisher immer ignoriert habe. Denn gesehen habe ich ihn schon dutzende Male, aber der Name klingt so spießig, dass ich dort niemals reingegangen bin. Außerdem sah der Laden immer so winzig aus. Ich spreche von "Deko Behrendt". Und im Gegensatz zu seinem äußeren Anschein hält sich das Spießertum in Grenzen und der Laden dehnt sich bis nach hinten extrem weit aus. Also ich kann nicht wirklich einschätzen, ob es sich lohnt nur dafür nach Schöneberg zu fahren, aber wenn man zufällig dort ist, kann man ja mal reinschauen. Es ist auf jeden Fall keine Zeitverschwendung.

By the way, regarding the headline: don't you think everything sounds more gorgeous if it's written in English? *laughs hardly* *sighs*

22 September 2008

Die Bibliothek "400 minus"

Heute war ich in unserer Bibliothek, um mir ein paar neue Bücher auszuleihen. Musste übrigens schon wieder Säumnisgebühren bezahlen. Wie auch immer, habe Ray Bradbury's "Fahrenheit 451" gesehen und mitgenommen. Aber das war gar nicht der Grund, weshalb ich in die Bibliothek bin. Wollte eigentlich Thackeray's "Jahrmarkt der Eitelkeiten" ausleihen. Wusste aber nicht, wie viele Seiten es hat. Nun ja, fast tausend. Ich habe es also lange angesehen und abgewogen, um es dann widerwillig zurück in Regal zu stellen und mir stattdessen "Das Buch der Snobs" auszuleihen. Das hat nicht einmal dreihundert Seiten, ist aber vom selben Autor. Dabei musste ich dann grinsen, weil mein Freund mir einmal vorgeschlagen hat, eine eigene Bibliothek zu eröffnen, in der Belletristik 400 Seiten oder weniger haben sollte. Viel länger verbringe ich nämlich ungern Zeit mit ein und der selben Geschichte. Nicht, dass ich nicht auch dickere Bücher gelesen habe. Genau genommen habe ich schon viele wirklich dicke Bücher gelesen, aber wenn ich die Wahl habe zwischen drei Büchern, die zusammen tausend Seiten ergeben oder einem, dann weiß ich, wofür ich mich entscheide... Außerdem, wenn das Buch mies ist, hat man wenigstens nicht allzu viel Zeit geopfert. Und wenn es gut ist, dann kann man danach ja immer noch das nächstdickere nehmen.

21 September 2008

Der faule Sonntag

Wie gesagt, als erstes bin ich zum Flohmarkt gegangen - Rathaus Steglitz, um genau zu sein. Mit gegangen meine ich wirklich zu Fuß, hat also ewig gedauert. Und während ich also ewig gegangen bin, habe ich erst einmal ein hübsches Foto von dem Tanzstudio, das auf dem Weg liegt, gemacht. Ich mochte das Gebäude schon immer und die vielen gurrenden Tauben (hört man jetzt nicht, muss man sich vorstellen) waren wirklich interessant:

Naja, ich geh also weiter, mit meinen Kopfhörern im Ohr, und das nächste was ich sehe ist ein vollkommen leerer Metro-Bus an einer Bushaltestelle, und der Busfahrer unterhält sich aufgeregt mit einem Polizisten. Ich höre nichts, habe nämlich Innenohrkopfhörer, aber ich sehe, wie der Busfahrer auf den Mülleimer zeigt und daraufhin der Polizist hineingreift. Zum Glück für den armen Polizisten schien der Müll gerade frisch geleert worden zu sein. Er zieht also seine Hand wieder heraus, und ich sehe, was auf dem Mülleimer steht: Corpus für alle Delicti. Also ich fand das äußerst amüsant.

Auf dem Flohmarkt angekommen, streune ich durch die Gänge, da aber die meisten Sachen zu teuer aussehen, frage ich niemanden nach dem Preis. Damit hatte ich aber gerechnet, deswegen habe ich auch gemeint, ich würde nichts kaufen. Dann sehe ich jedoch diese Zopfgummis mit Erdbeeren. Die musste ich haben. Und 50 Cent geht klar. Davon mutig geworden frage ich bei einer japanischen Standbetreiberin nach den Stiften, auf denen immer noch der Yen-Preis prangt. 2 Euro, für diese süßen Stifte - geschenkt. Und dann bringe ich meine gesamte Courage auf, um nach dem Preis von einem Oberteil zu fragen. 3 Euro? Gekauft. Also gehe ich doch mit reicher Ausbeute nach Hause. Die Jolly-Rancher habe ich dann in der Videothek gekauft, in der ich "The Happiness of Katakuris" und "Kikujiros Sommer" ausgeliehen habe. Ehrlich, normalerweise sehe ich nicht so viele japanische Filme... Der erste war sehr gewöhnungsbedürftig, der andere einfach nur schön.

Auf den zweiten Flohmarkt am Rathaus Schöneberg bin ich dann jedoch nicht mehr gegangen. Seit ich vor einem Jahr da von einem schmierigen 50-Jährigen angemacht und verfolgt wurde, gehe ich da nicht mehr ohne Musik auf den Ohren hin. Und leider war mein iPod auf null... Aber der Flohmarkt ist eh nicht doll und der Grund, weshalb ich glaubte, mir am Rathaus Steglitz nichts leisten zu können.

03 September 2008

Der Welt kleinste...

Jaja, nichts typisch Rüganisches zum Auftakt, und meine Behauptung kann ich auch nicht beweisen, aber er ist schon winzig, nicht wahr?!

Spaziergang um den Nonnensee

Unser Ferienhaus war ja in der Nähe von Bergen. Und direkt neben Bergen gibt es den Nonnensee. Dass es den noch gibt verdankt man übrigens einer defekten Pumpe, die den See eigentlich trockenlegen sollte. Aber als sie zur Zeit der Wende ausgefallen ist, da hat man diese einfach nicht ersetzt und jetzt gibt es diesen See mit einem fünf Kilometer langen Wanderweg wieder. Ich kann eigentlich nur empfehlen diesen Wanderweg mal abzugehen. Sobald man einigermaßen von der Bundesstraße entfernt ist, ist es dort so ruhig und friedlich, die Vegetation ist sehr abwechslungsreich und es gibt Wiesen, Wälder und Felder. Die zwei Aussichtstürme sind auch sehr schön. Wie gesagt: sehr empfehlenswert, aber nicht actionreich! Naja, wenn man vom Nacktschnecken-Slalom-Lauf mal absieht...

Störtebeker


Das letzte Mal war ich bei den Störtebeker-Festspielen, da war ich noch mit meinem vorherigen Freund zusammen. Da ich mit meinem jetzigen Freund über 4 1/2 Jahre zusammen bin, kann man sich denken, dass das schon lange her ist. Das war noch während der elften Klasse. Damals fand ich das unglaublich gut, wir hatten uns vorher auch die Vogel-Schau angesehen, worauf wir dieses Jahr verzichtet haben. Ich hätte sie gern gesehen, aber ich habe auch eingesehen, dass meine Eltern und meine Schwester, die seitdem jährlich dort waren, keine Lust mehr darauf hatten. Naja, den ganzen Tag über war schönes Wetter gewesen, aber ungefähr eine Stunde vor Beginn hat es auf einmal angefangen zu regnen. Also haben wir uns solche billigen Regenmäntel gekauft, die man einmal benutzt und gleich danach wegwirft. Meiner war gelb. Naja, mit dem Wetterumschwung kamen die Kopfschmerzen. Aber ich dachte: Hey, zumindest die Aufführung wird dich für vieles entschädigen. Naja, leider wurde ich enttäuscht. Ich will nicht sagen, dass ich nicht verstehe, weshalb einige Leute die Störtebeker-Festspiel mögen. Die Pyrotechnik ist wirklich einwandfrei und auch wenn die Kampfszenen doch recht kurz ausfallen, so sind sie zumindest live. Aber mich haben diese humorfreien Zoten extrem gestört, den Höhepunkt der Handlung hat man erst rückblickend als solchen wahrgenommen, den Hauptdarsteller finde ich ehrlich gesagt unsympatisch und da es kein Dolby-Surround dort gibt, musste man - teilweise minutenlang - erst einmal suchen, wer denn gerade spricht. Das Feuerwerk am Ende hat mich jedoch teilweise entschädigt. Hier noch einmal ein Kompliment an die Pyrotechnik, aber noch einmal muss das nicht sein. Und falls doch, nicht noch einmal ganz vorne. So sieht man auch das schlechte Mimenspiel der Schauspieler nicht.

Kap Arkona

Um ehrlich zu sein war ich vom Leuchtfeuer von Kap Arkona ziemlich enttäuscht: Der Aufstieg war sehr teuer (3 Euro für nur eine Aussichtsplattform), die Treppen brauchte man nicht selbst zu zählen, da sie bereits nummeriert waren und der Ausblick letztendlich war nicht sooo berauschend. Das hübscheste war noch das rot gestrichene Gitter. Auf dem unteren Bild sieht man den Sturm auf der Spitze. Das war sehr angenehm.


Was ich ganz schön fand war der Slawische Burgwall. Für einen Euro konnte man eine relativ lange, wild bewachsene Strecke abgehen, wo man die Überreste des Slawischen Burgwalls sehen konnte und am Ende angekommen hatte man meiner Meinung (und auch nach der meines Vaters) den schöneren Ausblick. Kleine Kinder lesen bitte nicht den nächsten Satz. Um ein besonders schönes Foto von der Aussicht zu schießen, bin ich über die Absperrung geklettert und habe dieses hübsche Foto gemacht:

Wenn man dort nach links sieht, hat man eine Bucht mit einem einladenden Naturstrand sehen können. Nachdem wir in einem nahegelegenen Restaurant gegessen hatten (Brathering mit Bratkartoffeln - ich bestand eigentlich nur noch aus Fisch die Woche), haben wir meine Mutter mit einer Menge Zwang zu diesem Strand geschleppt und obwohl sie anfangs überhaupt nicht wollte hatte sie am Ende den meisten Spaß. Sie hat nämlich einen Hühnergott gefunden und sieben Teile von Donnerkeilen. Ich fand es dort auch recht schön, und konnte dieses kleine, interessante Stilleben einfangen:


Am Ende des Strandes ging es hoch zu einem kleinen Fischerdörfchen, wo ich dann endlich das Mitbringsel für meinen Freund gekauft habe. Eine Glasflasche in Form eines Leuchtturms, geschichtet gefüllt mit Zucker, Bourbon-Vanille-Zucker und Sanddorn-Zucker. Hat ihm auch sehr gefallen. Wobei ich dazusagen muss, dass ich, als ich es gekauft habe, dachte, dass es Rüganar Strandsand wäre...

Schwedische Tristesse

Einen Tag haben wir übergesetzt von Sassnitz nach Trelleborg. Die Fahrten selbst waren sehr entspannend. Hauptsächlich habe ich mir die Zeit mit Lesen vertrieben, aber zwischendurch sind wir auch aufs Deck spaziert und haben den Ausblick auf das Meer und den tosenden Wind genossen. Insgesamt acht Stunden haben wir an diesem Tag auf einer Fähre zugebracht. Das Bild, das mein Vater hier aufgenommen hat, ist ziemlich verwackelt. Das lag aber nicht an seiner Unfähigkeit. Jedes Bild, das ich am Abend auf Deck geschossen habe war verwackelt, weil es einfach so windig war, das man selbst unter Aufbietung seiner gesamten Kraft die Kamera nicht stillhalten konnte.

Trelleborg selbst ist eine relativ triste, kleine Stadt. Mein Vater meinte, sie wäre dafür berühmt, die nördlichste Stadt zu sein, in der Palmen die Öffentlichkeit verzieren. Und Palmen gab es dort wirklich einige. Ansonsten hatten wir das Glück, ausgerechnet in der Salesaison dort hingefahren zu sein. Ich habe von meiner Mutter einen Schal für 2 Euro bekommen und wir waren sogar in einem Original schwedischen H&M, wo ich mir eine Brille für einen Euro gekauft habe. Was ich an dem H&M bemerkenswert fand war, dass die Beauty-Abteilung auch Fremdprodukte verkauft hat. Es gab Garnier-Haarfärbemittel und amerikanische Lippenpflegen und vieles mehr.

Was meine Schwester und ich uns fest vorgenommen haben war: unbedingt einen Fransk-HotDog essen und unbedingt skandinavische Eiscreme. Wir waren in unserem Leben schon relativ häufig in Skandinavien und was uns kulinarisch immer hängengeblieben ist, waren diese beiden Dinge. Den Hot Dog haben wir also im Menü für 39 Schwedische Kronen (ca. 4 Euro) gegessen. In Dänemark und Norwegen waren das immer relativ weiche Brötchen, hier war es ein knuspriges Baguette-Brötchen, dort wird ein Loch gestochen, man kann sich aussuchen, ob es mit Senf und/oder Ketchup gefüllt wird. Ich empfehle beides zu nehmen. Schwedischer Senf ist nicht so wie bei uns in Deutschland. Er ist cremiger, ein bisschen wie Remouladen-Sauce, aber eben stärker nach Senf schmeckend und leicht süßlich. Und dann kommt eben eine würzige Rauchwurst in das Brötchen und fertig ist der Fransk-HotDog. Das Eis haben wir zum Ende gegessen, kurz bevor die Fähre wieder nach Deutschland übersetzen sollte. Hunger hatte ich an dem Abend keinen mehr. Dabei habe ich mehr als die Hälfte des Eises meinem Vater aufgedrängt. Dieses Eis ist nämlich unglaublich cremig und fettig. Aber es ist auch unglaublich lecker. Mein Onkel ging einmal sogar so weit zu behaupten, dass es besser sei als italienisches Eis. Darauf folgte eine heiße Diskussion, denn auch wenn ich skandinavisches Eis wirklich schätze, so liebe ich doch Original italienisches Eis. Als ich vor einigen Jahren in Italien war, haben eine Freundin und ich jeden Tag mindestens zwei Kugeln gegessen. Und es mag daran gelegen haben, dass wir Touristen waren oder auch an der restlichen italienischen Küche, danach war ich um sechs Pfund leichter. Worauf ich eigentlich hinaus will: unbedingt skandinavisches Eis und Fransk HotDog essen!!!

Seit ich vor einigen Jahren in Paris war, habe ich mir angewöhnt, in hiesige Supermärkte zu gehen und dort Süßigkeiten zu kaufen. In Schweden habe ich mir Lakritzkatzen, Lakritzriegel mit Zitronenfüllung, Tutti-Frutti- und Zoobonbons und JoghurtGums in Tierform gekauft. Bisher habe ich nur die Lakritzkatzen angerührt, aber die waren schon mal sehr lecker. Und die Verpackungen sind so süß! Und ich habe insgesamt gerade einmal 3,50 Euro dafür ausgeben müssen. Ich kann nur jedem raten, der gerne Süßes isst, dasselbe zu tun. Nichts ist origineller und günstiger als Lebensmittel aus fremdländischen Supermärkten!

Eine Menge Strandspaziergänge

Wenn man auf Rügen ist, verbindet man neben Fischbrötchen natürlich eine Menge Strandspaziergänge damit. Baden natürlich auch, aber letzte Woche war das Wetter nicht so einladend. Aber zumindest mit den Füßen war ich des öfteren im Wasser. Ich mag das Gefühl der Wellen, die um die Füße spielen. Wenn sich die Wellen zurückziehen, aber gleichzeitig von einer neuen, herannahenden Welle bekämpft werden. Die Kraft der Naturgewalten ist einfach beeindruckend. Das da oben sind übrigens meine Füße, die sich in den nassen Sand wühlen ^.^.

Das Bild hier ist aufgenommen am Strand von Prora. Tolles Licht, nicht wahr? Um an diesen Strand zu gelangen muss man erst einmal an einem 4,5 Kilometer langen, ehemaligen Strandbad, das ursprünglich von Hitler erbaut wurde (Kraft durch Freude) und in der sozialistischen Zeit - glaube ich - als Kaserne diente, vorbei. Ziemlich deprimierender Anblick. Der Strand selbst jedoch war sehr schön.


Dieses Bild wurde speziell für diesen Blog aufgenommen. Das bin ich am Strand, mit meinem neuen Tuch aus Schweden. Wie man sieht, war es ziemlich windig, aber ich glaube, ich mochte das Wetter lieber so kühl. Dadurch war man nahezu allein am Strand. Ich bin auch eher eine nordische Seele.

Urlaubslektüre

"Tsugumi" von Banana Yoshimoto

Dieses Buch habe ich das erste Mal gelesen, da war ich gerade ein Teenager und habe wirklich jedes Buch von Banana Yoshimoto verschlungen. Neulich hatte ich mir dann ein neues Buch ausgeliehen, nämlich "Hard-Boiled, Good Luck". Das Buch fand ich ehrlich gesagt so lala, aber irgendwie wollte ich nicht glauben, dass meine Jugenderinnerungen mich dermaßen trügen. Also habe Tsugumi zur Hand genommen. Und auch diesmal war ich nicht enttäuscht.

Banana Yoshimoto versteht es, anrührige Geschichten zu erzählen ohne überzogen anrührig zu sein. Hier schildert sie das Schicksal der kränklichen, aber alles andere als schwächlichen Tsugumi. Jedoch aus dem Blickwinkel ihrer Cousine Maria, die während des Sommers aus Tokio in ihr Heimatdorf zurückkehrt. Sie verbringen einen heißen Sommer mit allen Höhen und Tiefen. Sie gewinnen neue Freunde, machen sich Feinde.

Das gesamte Buch ist geprägt von dem rebellischen, eigenwilligen Charakter Tsugumis. Diese war von klein auf an immer mal wieder ans Bett gefesselt und hat schnell den Vorteil ihrer Situation erkannt: ihre Familie behandelt sie mit der größten Nachsicht. Und dementsprechend egoistisch, mutwillig zerstörerisch sind auch ihre Handlungen. Sie macht wütend, und doch will sie dem Leser einfach nicht unsympatisch erscheinen. Ein faszinierender, strahlender Charakter in einer faszinierenden Geschichte. Ich finde Tsugumi mit ihrem unersättlichen Hunger auf das Leben einfach unglaublich inspirierend- jedes Mal aufs Neue.


"Sommerdiebe" von Truman Capote

"Anonymität machte einen Teil des Reizes aus, sie fühlte sich dann nicht mehr als Grady McNeil, doch gleichzeitig wusste sie nicht, wer an ihrer Stelle dort stand, [...]" Mit diesem Satz kann man eigentlich das gesamte Buch zusammenfassen, in dem das kleine Upperclass Girl Grady McNeil versucht, der Kühle ihrer Familie und ihres Standes zu entfliehen und dabei immer stärker in einen Sog gezogen wird, der anfangs noch erfrischend neu, aber am Ende eben doch nur beängstigend fremdartig und tief ist. Und am Ende merkt man, dass sie eben doch nur ein Mädchen ist, das mit der Situation, die aus ihrer Rebellion resultiert ist, überfordert ist. Wirklich überzeugend und bildhaft geschrieben, fehlt dem Buch doch etwas Unnennbares. Vielleicht ein befriedigendes Ende?


"Das Bildnis des Dorian Gray" von Oscar Wilde

Beim dritten Anlauf habe ich es endlich geschafft. Ich habe meinen persönlichen literarischen Koloss bezwungen. Dorian Gray habe ich als Teenager angefangen, bin auch bis zum Tode Sybil Vanes gelangt, doch dann wurde mir Lord Henry mit seinen Paradoxen zu nervig, und ich habe das Buch erbost in die Ecke geschmissen. Einige Jahre später, es mögen drei gewesen sein, habe ich es erneut zur Hand genommen, und wieder war mir Lord Henry einfach zu zynisch. Doch ich glaube, endlich den Grund dafür herausgefunden zu haben: er spricht unser Empfinden an. Und dieses wehrt sich gegen das, was er sagt. Es stößt ihn ab. Man muss ihn erst leicht nehmen, um ihn erträglich zu finden. Und das kann man noch nicht, wenn man gefangen ist in den Idealen der eigenen Jugend. Diese habe ich zwar nicht abgelegt, aber dafür habe ich mir eine gewisse, für dieses Buch notwendige Gelassenheit angeeignet. Und somit bin ich um eine Erfahrung reicher, die ich nun nicht mehr missen möchte. Dorian Gray, aber vor allem der äußere Einfluss, der ihn zu dem gemacht hat, der er letztlich geworden ist, sind einfach faszinierend. Und es wirft einige Fragen auf. Am Ende habe ich nicht mehr glauben können, dass die Unschuld, die der Maler des berüchtigten Portraits, Basil Hallward, in seinem Modell gesehen hat, jemals vorhanden war. Und man fragt sich eigentlich nur noch: Warum lebst du Dreckskerl weiter?


"Die Freuden der Jugend" von Denton Welch

Orvil Pym. Das ist der Name des Hauptdarstellers dieses Buches. Dieser Name prädestiniert doch, geschlagen zu werden. Wenn man dann auch noch zart ist und einige sehr feminine Ansichten und Hobbies hat, dann kann man sich denken, wie Gleichaltrige auf den armen Namensträger in der Pubertät reagieren. Er hasst die Schule. Das erleben wir jedoch erst einmal nicht. Denn die Geschichte beginnt mit dem Anfang der Sommerferien, die er fernab von seinen Klassenkameraden mit seinem Vater und seinen zwei älteren Brüdern verbringt. Man hat nicht das Gefühl, dass viel passiert in dem Buch. Alles wird mit einer bemerkenswerten Sorgfalt geschildert. Man begleitet Orvil in seinem Versuch, sein Umfeld möglichst zu meiden, und doch seine Wirkung auf seine Umwelt zu verbessern. Er wird sich seiner selbst bewusster. Und doch, trotz aller Fortschritte, beginnt das letzte Kapitel mit seinen alten Ängsten: "Der letzte Ferientag war gekommen, und als Orvil erwachte, sank es ihm mit seiner kalten,schrecklichen Unausweichlichkeit ins Bewußtsein, und er fühlte sich wie abgestorben. Die Gegenstände im Zimmer hatten sich verwandelt. Schrank, Kommode und Stühle waren böse, hämische Beobachter und starrten ihn an in der schadenfrohen Gewißheit, daß er nun zurück in die Schule mußte. Regungslos hockten sie da, hartherzig, ohne eine Spur von Mitgefühl, und warteten darauf, das Zimmer endlich wieder für sich allein zu haben. Selbst die Daunendecke gab sich kalt und abweisend als Komplize zu erkennen." Was man aus dem Buch zieht: Selbst in der kältesten Familie gibt es Liebe. Fraglich ist, ob das auch heutzutage, gut sechzig Jahre später, noch immer der Fall ist.


"Washington Square" von Henry James

Dieses Buch dreht sich um Catherine Sloper, eine reiche Erbin, die trotz verheißungsvoller Gene seitens ihrer Eltern weder Schönheit noch Klugheit zu bieten hat. Ihre Mutter starb kurz nach ihrer Geburt. Und diese kluge, bildschöne Frau bildete seitdem das Ideal Dr. Slopers, das er in seiner Tochter nicht wiederzufinden vermag. Weit davon entfernt, das offen zu zeigen, begnügt er sich jedoch mit sarkastischen Bemerkungen, von denen er - möglicherweise mit Recht - vermutet, dass sie diese sowieso nicht versteht. Erzogen wird sie von einer ewig jugendlich frischen, und ebenso jugendlich romantischen verwitweten Tante. Da wundert es, wie aus ihr ein ruhiger, sanfter Mensch werden konnte, den außer der Umgang mit anderen Menschen kaum etwas zu beunruhigen vermag. Und dann trifft sie ihn: Morris Townsend. Wunderschön, redegewandt, ein charmanter Müßiggänger. Und er interessiert sich für sie, die sie alles andere ist als wunderschön und redegewandt. Ihr Vater durchschaut ihn sofort, lässt den Dingen aber seinen Lauf, da er nichts Ernsthaftes befürchtet. Doch als sie dann ihre Verlobung mit dem jungen Mann bekanntgibt, da stellt er sich quer.

In diesem Buch wird eindrucksvoll geschildert, wie sich Catherine langsam von der Unterdrückung ihres Vaters emanzipiert, wie sie stur ihren Weg geht und am Ende doch ins Straucheln gerät. Ausgezeichnet wird auch dargestellt, in welchen Trümmern ein Mitgiftjäger seine Opfer hinterlassen kann, der mangels zu erwartendem Vermögen einen Rückzieher macht. Dieses Buch beschäftigt sich fast ausschließlich mit der Entwicklung Catherines, die Handlung wird nur so weit wiedergegeben, wie es für Catherines Entwicklung notwendig ist. Alles in allem ein bemerkenswertes, psychologisches Profil, das sehr feinfühlig erzählt wird.

22 August 2008

Kurzer Hiatus

Da ich die Woche in den Urlaub fahre und nicht weiß, wie und ob ich an einen Computer mit Internetanschluss komme, werden wohl innerhalb der nächsten Woche keine neuen Posts erscheinen.

16 August 2008

Meine Schwester in Berlin

Heute ist meine Schwester mit zwei Freunden nach Berlin gekommen. Da sie sich nicht so auskennt und generell sehr unorganisiert ist, habe ich sie begleitet, damit sie auch alles findet, was sie sucht. Ich habe die drei also heute am Bahnhof abgeholt und dann sind wir erst einmal zur Eberswalder Straße gefahren. Sie wollte in zwei Gothic-Läden und in einen Mittelalterladen. Nun, der Mittelalterladen in der Raumerstraße, den gibt es anscheinend schon lange nicht mehr. Da ist jetzt ein Bioladen drin. Der Black Rose Store in der Danziger war auch verschwunden. Blieb also nur noch der X-tra X in der Schönhauser. Der hatte zum Glück offen, und da er aus zwei voneinander getrennten Räumlichkeiten besteht haben wir einfach so getan, als ob es zwei Läden wären. Naja, ich kam mir dort ein bisschen idiotisch vor, in meiner bunten Kleidung, doch ich wollte mich auch nicht verkleiden. Aber Gothics sind scheinbar so tolerant, wie sie es sich von ihrer Umwelt wünschen müssen.

Dann sind wir zum Alex gefahren, weil ein Freund meiner Schwester sich dort mit einem alten Kumpel treffen wollte. Währenddessen sind wir dann zu Neo Tokyo gegangen. Das ist so ein Laden, der sich mit japanischer Populärkultur befasst. Da gibt es also Manga, Anime, CDs, Zeitschriften, etc. Ich hab mir eine neue Ausgabe des Seventeen gekauft.

Als wir dort fertig waren haben wir einen Foto-Automaten entdeckt und die Gelegenheit wahrgenommen. Ich weiß, mein Leben ist eintönig, aber ich wollte schon immer mit meiner Schwester solche Fotos machen.

Dann sind wir noch zum Ku'Damm gefahren, aber da haben wir nichts besonderes gemacht. Ich bin ein bisschen allein in den H&M während die anderen in den Saturn sind, dann sind wir schnell zum Bahnhof gehetzt, und eine Minute, bevor der Zug fahren sollte, waren wir da. Puh, das war knapp!

10 August 2008

Café 100wasser

Gestern habe ich mich mit drei Freundinnen auf Cocktails getroffen. Wir haben uns Warschauer Brücke verabredet und sind dann ins Café 100wasser. Wir haben uns entschieden, drinnen zu sitzen, da es gestern doch recht kühl war und wir eine halbe Stunde auf die letzte von uns im Wind gewartet haben. Sie konnte aber nichts dafür. Spontaner S-Bahn-Ausfall.

Ich habe mir dort einen Jogg Tail (war mit frischen Limetten- und Orangenscheiben und Tonic - alkoholfrei) und einen Touch Down (zu süß, und den Alkohol hat man auch kaum gespürt) bestellt. Und wie wir dort so saßen, hat auch ein Mädel, das kaum älter war als wir, ihren Junggesellinenabschied gefeiert. Das hat uns natürlich auf das Thema Hochzeit gebracht und eine meiner Freundinnen war einmal auf einer Hochzeit, die haben etwas gemacht, was ich in sagen wir fünf Jahren auf meiner Hochzeit nachmachen werde. Sie haben der Braut ein Paket überreicht, aus dem beim Öffnen unzählige Schmetterlinge herausflogen. So schön! Und viel cooler als diese weißen Tauben.

Ansonsten war es ein geselliger Abend, wir haben uns über Filme, Bücher, Hochzeiten, Zukunftsaussichten, und so weiter unterhalten. Um halb eins sind wir dann los gegangen, und da wir demnächst in alle Winde verstreut werden, wollten wir in diesen Foto-Automaten (ihr wisst schon, die, die PuriKuras noch am nächsten kommen) noch mal Quatschfotos machen. Wenn man dort normalerweise hingeht, dann hat man im schlimmsten Fall noch ein Pärchen vor sich. Nun, wir hatten den gesamten Junggesellinenabschied... Wir haben aber gewartet und es hat sich dann herausgestellt, dass der Großteil ohnehin schon fertig war. Also haben wir unsere Bilder gemacht. Leider haben wir nicht 2 sondern 6 Euro für unsere Bilder bezahlt, weil eine aus unserem Bund im Brustton der Überzeugung meinte, neulich hätte sie das gemacht und dann 12 Bilder bekommen. Wir haben nach den ersten vier Bildern wirklich lange gewartet - aber es kam nichts. Zwar schade, aber die Bilder, die wir bekommen haben sind wirklich klasse geworden.

06 August 2008

Nostalgie, Nostalgie

Als ich heute mit meinem Bento in der Tasche unterwegs war, konnte ich nicht anders, als mich an meine Schulzeit zurückzuerinnern. Wie ich damals mit meinen beiden Freundinnen immer für den Kunst-LK das Haus wechseln musste. Wie wir dann oft noch im Supermarkt vorbeigeschaut haben. Da gab es noch diese winzigen Kekse von Wilkana, die ähnlich wie kleine Prinzenrolle waren. Die haben immer von innen gewärmt, weil sie ein so intensives Vanillearoma hatten. Besonders im Winter war das einfach schön... Schade, dass es die scheinbar nicht mehr gibt. Nun müssen sie wohl ewig als positive Jugenderinnerungen herhalten.