30 September 2008

Madeleines

Meine Heimatstadt, ein kleines, überschaubares Städtchen, das in seiner besten Zeit um die 20.000 Einwohner zählte, hat bis auf die Landschaft um sich herum wirklich nicht viel zu bieten. Also bis auf den sozialrelevanten Anblick von Jugendlichen, die am Sonntag um halb drei in Rudeln zusammentreffen, um das Zentrum unsicher zu machen und dabei soviel Billigbier wie möglich in sich reinzuschütten. Aber um die Ecke zur Wohnung meiner Eltern gibt es einen Billigkette, ähnlich wie MäcGeiz, bloß nicht so stylish (*haha*). Und dort habe ich neulich die entdeckt:

Was ist das? Ganz klar, eine Bärentatzenform. Was mache ich damit? Natürlich Madeleines backen. Was ist an ihr so besonders? Sie war unglaublich billig. Ein Euro Fünfzig. Zugeschlagen!

Und heute endlich ein Madeleines-Rezept gesucht. Das Tolle: Die meisten Zutaten finden sich in jedem gut sortierten Haushalt. Und das Ergebnis ist innen fluffig locker, und außen knusprig. Außerdem finde ich, dass es ein wenig an japanisches Herbstkonfekt erinnert. Nun gut, es ist jetzt keine Bohnenpaste, aber trotzdem: Itadakimasu!


Übrigens, für alle, die mehr wunderschöne Bilder mit japanischen Speisen sehen wollen, denen kann ich nur das Buch "Japan - Kultur des Essens" empfehlen. Und über die noch lebende Scholle blättert ihr einfach hinweg!

29 September 2008

Zitat des Tages

"Das Leben ist wie Zeichnen, bloß ohne Radiergummi."

Bin mir jetzt nicht hundertprozentig sicher, ob es richtig zitiert ist, aber diesen Spruch oder so ähnlich habe ich heute auf einem Radiergummi im Hugendubel gesehen. Amüsant und deprimierend zutreffend zugleich.

28 September 2008

Bento #20

Mittwoch bin ich nach Hause gefahren, und da ich bis Sonntag bleiben würde, wollte ich zumindest noch einige der Reste verbrauchen. Also habe ich mir ein kleines Abend-Bento zusammengestellt:


links: Radieschen und Kaktusfeige
Mitte: Erdnüsse und selbstgebackene Kekse - der darunter ist mit Waldfruchtmarmelade gefüllt
rechts: Nudeln mit Tomatenmozzarella-Sauce, aufgefleischt mit Würstchen und Hackbällchen

Also Kaktusfeige kann ich nur von abraten, in ein Bento zu packen: zu viele Kerne und zu viele winzige Stacheln, die sich klein und süß bevorzugt in Zeigefinger und Daumen graben, um mit einem dezenten Brennen zu maltretieren...

23 September 2008

It was a long road to travel

Heute war ich am Rosa-Luxemburg-Platz, und da ich momentan keine Monatstickets kaufe, dachte ich: Warum nicht zu Fuß laufen. Bis nach Hause ist es sowieso immer geradeaus. Also, wenn man erst mal den Alexanderplatz hinter sich gelassen hat und am Roten Rathaus vorbei ist. Man geht ungefähr eine Dreiviertel Stunde bis zum Potsdamer Platz. Ich war ganz stark und bin mit den stummen Worten auf den Lippen "Heute kein Dunkin' Donuts, heute kein Dunkin' Donuts,..." an diesem verführerischen Laden vorbei. Dann bin ich um die Ecke ins Sony-Center, um endlich zu essen. Eigentlich hätte ich einen weniger öffentlichen Ort bevorzugt, aber es hat nun einmal geregnet und es gibt nichts traurigeres (Bento betreffend), als sein zu Hause gefertigtes Bento auch dort zu essen... Danach bin ich weiter und ehe ich es mich versah, war ich schon in meinem Kiez. Dort habe ich einen Laden entdeckt, den ich bisher immer ignoriert habe. Denn gesehen habe ich ihn schon dutzende Male, aber der Name klingt so spießig, dass ich dort niemals reingegangen bin. Außerdem sah der Laden immer so winzig aus. Ich spreche von "Deko Behrendt". Und im Gegensatz zu seinem äußeren Anschein hält sich das Spießertum in Grenzen und der Laden dehnt sich bis nach hinten extrem weit aus. Also ich kann nicht wirklich einschätzen, ob es sich lohnt nur dafür nach Schöneberg zu fahren, aber wenn man zufällig dort ist, kann man ja mal reinschauen. Es ist auf jeden Fall keine Zeitverschwendung.

By the way, regarding the headline: don't you think everything sounds more gorgeous if it's written in English? *laughs hardly* *sighs*

Zitat des Tages

"War is terrorism with a bigger budget."

Ist jetzt nicht so neu, und ich frage mich immer, ob man so was verallgemeinern kann. Oder ob man vorher erst seine Defintion von Terrorismus überdenken sollte. Auf jeden Fall ist das erst einmal ein Statement und darüber kann man ja mal nachdenken...

Bento #19

Heute gibt's ein kleines, süßes "MyMelody"-Bento, weil ich heute gut gefrühstückt habe. Ungefähr die hälfte von dem, was in diesem Bento ist. Nicht Mengenangabe, sondern was ich zu mir genommen habe. Und außerdem gehe ich davon aus, dass ich nicht allzu lange unterwegs sein werde.

  • gelbes Curry mit Kokosmilch, Putenbrust und Erdnüssen
  • ein Radieschen
  • eine halbe Passionsfrucht
  • ein Häschenapfel
  • Wasabi-Erdnüsse
  • ein kleiner Apfelbonbon mit Brausepulver
Ist ziemlich scharf, aber ich nehme mir Chai Latte mit, der das hoffentlich einigermaßen wieder ausgleicht.

22 September 2008

Die Bibliothek "400 minus"

Heute war ich in unserer Bibliothek, um mir ein paar neue Bücher auszuleihen. Musste übrigens schon wieder Säumnisgebühren bezahlen. Wie auch immer, habe Ray Bradbury's "Fahrenheit 451" gesehen und mitgenommen. Aber das war gar nicht der Grund, weshalb ich in die Bibliothek bin. Wollte eigentlich Thackeray's "Jahrmarkt der Eitelkeiten" ausleihen. Wusste aber nicht, wie viele Seiten es hat. Nun ja, fast tausend. Ich habe es also lange angesehen und abgewogen, um es dann widerwillig zurück in Regal zu stellen und mir stattdessen "Das Buch der Snobs" auszuleihen. Das hat nicht einmal dreihundert Seiten, ist aber vom selben Autor. Dabei musste ich dann grinsen, weil mein Freund mir einmal vorgeschlagen hat, eine eigene Bibliothek zu eröffnen, in der Belletristik 400 Seiten oder weniger haben sollte. Viel länger verbringe ich nämlich ungern Zeit mit ein und der selben Geschichte. Nicht, dass ich nicht auch dickere Bücher gelesen habe. Genau genommen habe ich schon viele wirklich dicke Bücher gelesen, aber wenn ich die Wahl habe zwischen drei Büchern, die zusammen tausend Seiten ergeben oder einem, dann weiß ich, wofür ich mich entscheide... Außerdem, wenn das Buch mies ist, hat man wenigstens nicht allzu viel Zeit geopfert. Und wenn es gut ist, dann kann man danach ja immer noch das nächstdickere nehmen.

21 September 2008

Der faule Sonntag

Wie gesagt, als erstes bin ich zum Flohmarkt gegangen - Rathaus Steglitz, um genau zu sein. Mit gegangen meine ich wirklich zu Fuß, hat also ewig gedauert. Und während ich also ewig gegangen bin, habe ich erst einmal ein hübsches Foto von dem Tanzstudio, das auf dem Weg liegt, gemacht. Ich mochte das Gebäude schon immer und die vielen gurrenden Tauben (hört man jetzt nicht, muss man sich vorstellen) waren wirklich interessant:

Naja, ich geh also weiter, mit meinen Kopfhörern im Ohr, und das nächste was ich sehe ist ein vollkommen leerer Metro-Bus an einer Bushaltestelle, und der Busfahrer unterhält sich aufgeregt mit einem Polizisten. Ich höre nichts, habe nämlich Innenohrkopfhörer, aber ich sehe, wie der Busfahrer auf den Mülleimer zeigt und daraufhin der Polizist hineingreift. Zum Glück für den armen Polizisten schien der Müll gerade frisch geleert worden zu sein. Er zieht also seine Hand wieder heraus, und ich sehe, was auf dem Mülleimer steht: Corpus für alle Delicti. Also ich fand das äußerst amüsant.

Auf dem Flohmarkt angekommen, streune ich durch die Gänge, da aber die meisten Sachen zu teuer aussehen, frage ich niemanden nach dem Preis. Damit hatte ich aber gerechnet, deswegen habe ich auch gemeint, ich würde nichts kaufen. Dann sehe ich jedoch diese Zopfgummis mit Erdbeeren. Die musste ich haben. Und 50 Cent geht klar. Davon mutig geworden frage ich bei einer japanischen Standbetreiberin nach den Stiften, auf denen immer noch der Yen-Preis prangt. 2 Euro, für diese süßen Stifte - geschenkt. Und dann bringe ich meine gesamte Courage auf, um nach dem Preis von einem Oberteil zu fragen. 3 Euro? Gekauft. Also gehe ich doch mit reicher Ausbeute nach Hause. Die Jolly-Rancher habe ich dann in der Videothek gekauft, in der ich "The Happiness of Katakuris" und "Kikujiros Sommer" ausgeliehen habe. Ehrlich, normalerweise sehe ich nicht so viele japanische Filme... Der erste war sehr gewöhnungsbedürftig, der andere einfach nur schön.

Auf den zweiten Flohmarkt am Rathaus Schöneberg bin ich dann jedoch nicht mehr gegangen. Seit ich vor einem Jahr da von einem schmierigen 50-Jährigen angemacht und verfolgt wurde, gehe ich da nicht mehr ohne Musik auf den Ohren hin. Und leider war mein iPod auf null... Aber der Flohmarkt ist eh nicht doll und der Grund, weshalb ich glaubte, mir am Rathaus Steglitz nichts leisten zu können.

Bento #18

Heute mache ich mir einen faulen Sonntag. Als erstes gehe ich auf zwei Flohmärkte, wahrscheinlich ohne etwas zu kaufen. Dann gehe ich zur Videothek, leihe mir zwei Filme aus und gehe nach Hause, schmeiße mich aufs Sofa, sehe den ersten Film, mache mir mein Abendessen - Putencurry mit Reis - schau mir den zweiten Film an und dann werde ich lesen. Wenn jetzt noch ein Sonnenuntergang an der Seite meines Freundes dabei wäre, dann wäre das doch eigentlich ein perfekter Sonntag. Nur schade, dass mein Freund momentan nicht hier ist :*( .


obere Box:
  • links: New York Cheesecake mit Spekulatiusboden
  • Mitte: 3 Feigenviertel, 1 Häschenapfel, 3 Cocktailtomaten und 7 frisch geschälte Erdnüsse
  • rechts: 2 Tamagoyaki und 3 angebratene Champignons
untere Box: Erbsen-Jasminreis mit 5 Hackfleischbällchen und zwei halbierten, vegetarischen Minifrühlingsrollen

Das Tamagoyaki stammt aus dem Gefrierfach, die Champignons und der Cheesecake sind noch Überreste eines vorangegangenen Essens, und die Frühlingrollen habe ich gestern beim China-Fastfood-Imbiss gekauft und wohlweislich zwei übriggelassen.

Der New York Cheesecake ist übrigens in Transparentpapier gehüllt - nur für alle Fälle. Und die Pilze wurden nach dem Braten auf Küchenpapier abgetropft, damit sie keine Flüssigkeit abgeben können, in eine Silikonform gelegt und zusammen mit dem Tamagoyaki mit Hilfe von Trenngras vom Obst und Gemüse abgeschirmt. Es schmeckt nun einmal nicht so gut, wenn sich zwei unterschiedliche Geschmäcker vermischen.

16 September 2008

Bento #17

Heute habe ich eine Riesenrundtour durch Berlin veranstaltet, um mir einen Nebenjob zu suchen. Erwartungsgemäß hat es auch ewig gedauert und umso dankbarer war ich für mein Bento, das ich mir mitgenommen habe. Ich habe es in der U-Bahn verspeist, während drei britische Touristinnen hochinteressiert zugesehen haben. Ich stehe ehrlich gesagt nicht so drauf, wenn man mir beim Essen zusieht, aber es sah ja auch lecker aus:


Es gab:
  • ein halbiertes Sandwich mit Remoulade, Truthahnbrust, Toast-Käse und Curry-Sauce
  • eine Pflaume
  • fünf Cocktail-Tomaten
  • eine Feige
  • eine halbe Nektarine
  • und einen Balisto aus der Sommeredition - das letzte Überbleibsel der warmen Tage '^-^
Das ganze verpackt in meinem Sandwichcontainer, der sich überraschend gut dafür geeignet hat. Die Nektarinenstückchen habe ich sicherheitshalber in eine Silikonform getan. Soll ja nichts durchsuppen...